Med Basics

Blutdruck


Blutdruck







#   Was ist der Blutdruck??
#   Der normale Blutdruck beim Menschen
#   MAD
#   arterielle Hypertonie
#   Warum aber ist Hypertonie so gefährlich?
#   Wie ermittelt man aber den Blutdruck??








Was ist der Blutdruck??

Wie der Name schon verrät, handelt es sich um einen Druck. Genauer gesagt, der Druck des Blutes in einem Blutgefäß (Ardern, Venen, Kapillaren). In der Medizin ist häufig nicht die Sprache von Blutdruck, sondern (dar dies eine genauere Beschreibung ist) Gefäßdruck. Häufig findet im medizinischen Bereich auch die Abkürzung "RR" gebrauch. Dies ist die Ableitung von Riva-Rocci. Scipione Riva-Rocci (1863 - 1937) war ein italienischer Arzt und der Erstbeschreiber der Blutdruckmessung. Aber wie kann man diesen Druck berechnen - ermitteln? Der Gefäßdruck, ist die Kraft des Blutes durch Fläche, die zwischen dem Blut und den Wänden der Gefäße (also Ardern, Venen, Kapillaren) wirkt.
Der Blutdruck wird häufig mit zwei einfachen Werten angegeben "130 zu 70" ... als Beispiel. Hierbei steht der erste Wert für die Systole und der zweite Wert für die Diastole. Die Systole ist der Maximalwert und abhängig von der Herzauswurfleistung - also der Moment in dem sich der Herzmuskel maximal zusammen zieht. Die Diastole ist der min. Wert und ist abhängig von der Elastizität und dem Füllstand der Blutgefäße.



Der normale Blutdruck beim Menschen:


  Herzfrequenz Blutdruck (mmHg)
    Systole Diastole

Säugling (bis 1 Monat)

min 120 50 35
  max 150 70 45
Säugling (bis 6 Monate) min 120 70 40
  max 130 110 70
Säugling (bis 1 Jahr) min 120 75 45
  max 130 110 75
Kleinkinder (bis 6 Jahre) min 90 80 50
  max 120 120 75
Kinder (bis 12 Jahre) min 85 90 50
  max 100 130 75
Jugendliche (bis 18 Jahre) min 60 95 55
  max 85 135 80
Erwachsene min 60 110 70
  max 80 140 90



Rein informativ mal ein paar Blutdruckwerte a.d. Tierwelt:
Die Giraffe bspw. mit 300 / 250  oder eine Maus mit 147 / 106, ein Hahn mit 191 / 154 und ein Star mit 180 / 130, als abschließendes Beispiel ein Hai mit 32 / 16.





Im Zusammenhang mit dem Gefäßdruck, ist häufig die Rede vom MAD (= mean arterial pressure). Dabei handelt es sich um den aus dem systolischen und diastolischen Blutdruck gemessenen / ermittelten Mitteldruck; wobei dieser 70 bis 105mmHg betragen sollte - weitere Bezeichnungen sind auch MAP oder MAD


  Systole  +  (2 x Diastole)
MAD  =     ------------------------------------
  3





arterielle Hypertonie (also Bluthochdruck, "Hyper" für hoch, zu schnell und "Tonie" für Tonus ...):


Klassifikation   systl. RR  (in mmHg) diastol. RR (in mmHg) 
       
 Normotonie optimal  < 120  < 80 
   normal < 130  < 85 
   hoch - normal 130 - 139  85 - 89 
 Hypertonie Stadium I (mild)  140 - 159  90 - 99 
  Subgruppe:  Grenzwerthypertonie  140 - 149  90 - 94 
  Stadium II (mittelschwer)  160 - 179  100 - 109 
  Stadium III (schwer)  ≥ 180  ≥ 110 
  isolierte systolische Hypertone  ≥ 140  < 90 
  Subgruppe: Grenzwert isolierte systolische Hypertonie  140 - 149  <90 




Warum aber ist Hypertonie so gefährlich?
Die Antwort ist recht einfach. Ich möchte an dieser Stelle einen bildlichen Vergleich anstellen. Stellen Sie sich einen Gartenschlauch vor. Dieser ist für einen gewissen Bereich an Druck ausgelegt (also nehmen wir mal an, 3 bar - das ist der Druck des Wassers, mit dem es durch den Schlauch fliesst.  Nun stellen Sie sich vor, sie erhöhen den Druck um das zehnfache. Nun herscht nicht mit einer Druck von 3 bar, sondern ein Druck von 30 bar im Wasserschlauch. Dieses wird einige male gut gehen, irgendwann ist der Druck allerdings durch Materialermüdung, ..., zu hoch für den Schlauch (die Wandung wird immer schwächer) und schließlich kommt es zum Reißen / Platzen des Gartenschlauch.
Genau soetwas kann auch mit Blutgefäßen passieren, durch den erhöhten Druck in den Gefäßen, reißen diese irgendwann und das Blut entläuft aus den Ardern, Venen, ..., in anderes Gewebe ein.  Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte Intrazerebrale Blutung (aus dem lat. abgeleitet  intra- für "in" und cerebrum für "Gehirn" - auch als ICB abgekürzt). Dies kennt man in der Umgangssprache als Schlaganfall / Gehirnblutung. Was häufig die Folge von Bluthochdruck ist.
Daher sollte man mit Hypertonie nicht lang warten und zeitnah / sofort einen Arzt aufsuchen, bzw. den Rettungsdienst alarmieren, dar es in solchen Fällen auf jede Minute ankommt und die Situation LEBENSGEFAHR bedeutet.
Weiter verschärft ist die Situation, wenn der Patient blutverdünnene Medikamente bzw. gerinnungshemmende Medikamente (Beispielsweise ASS(R) oder Marcumar(R) - Phenprocoumon) einnimmt.



Wie ermittelt man aber den Blutdruck??

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich beim Blutdruck um einen Druck, eine physikalische Einheit. Für alles in der Physik gibt es Möglichkeiten und / oder Geräte es zu messen, zu überprüfen, … . So auch für den Blutdruck. Jeder, der mal beim Hausarzt war und sich einer Untersuchung unterzogen hat, kennt eigentlich Blutdruckmessgeräte. Bei manchen Hausärzten versehen noch richtige Quecksilber-Messgeräte ihren Dienst, manche setzen auf elektronische Geräte und wiederum andere nutzen manuelle Geräte. Alle haben eines gleich. Eine Manschette, welche um den Arm gelegt wird incl. Eines Schlauches und einer Skala auf welcher der Druck angezeigt wird. Im Bereich Akut- und Notfallmedizin und im klinischen Bereich (beispielsweise auf Intensivstationen und sonstigen Stationen, wo der Patient – je nach Intensität und Erkrankung – überwacht wird) findet man an den vorhandenen EKG-Geräten ein Monitoring, über welches neben dem EKG, der Sauerstoffsättigung auch der Blutdruck ermittelt werden kann. Dort hat man bei alllen Geräten auch die Möglichkeit den Intervall der Messung festzulegen, je nach Wunsch und Erforderlichkeit vom minütlichen bis zum stündlichen Mess-Intervall.